Hast du dich bei Gesprächen mit Nachbarn, Kollegen, Bekannten oder sogar Familienmitgliedern je unbeholfen gefühlt? Bist du schon ein bisschen besorgt, wenn du an die Weihnachtsfeiern und Silvesterpartys denkst und an deine Unsicherheit in solchen Situationen?

Viele Menschen tun sich schwer bei Gesprächen eine Verbindung zum Gegenüber aufzubauen – sich selbst verständlich zu machen oder zu verstehen. Was andere meinen, kann manchmal kompliziert sein.

Wenn auch deine Kommunikationsversuche nicht unbedingt zufriedenstellend sind, stellst du dir vielleicht die Frage: “Sind’s die anderen oder bin ich es?”

Keine Sorge – fließende Kommunikation kommt nicht immer von selbst, aber Experten sind sich sicher, dass man sie erlernen kann.

Das Toastmasters-Programm bietet dir viele Gelegenheiten, Eins-zu-Eins-Kommunikation zu üben. So lernst Du zum Beispiel Small Talk, wenn Du bei Stegreifreden dein Improvisationstalent trainierst. Am Ende wirkt sich das ganz automatisch auf deine Alltagskommunikation aus. Noch mehr Übung erhältst du, wenn du einfach beim Clubtreffen mit anderen Mitgliedern und Gästen redest.

Es folgen ein paar Tipps für zufriedenstellendere persönliche Kommunikation. Mit dabei sind auch ein paar Hinweise, wie man mit der Angewohnheit anderer, gute Gespräche zu sabotieren, umgehen kann.

So kleben sie an deinen Lippen

1. Zeige echtes Interesse an deinem Gegenüber

Wenn es möglich ist, finde ein wenig über deinen Gesprächspartner heraus, bevor du eine Konversation beginnst. Dale Carnegie hat mal gesagt:

“Es ist viel leichter sich für andere zu interessieren, als sie dazu zu bringen, sich für dich zu interessieren.”

 

2. Stelle bedeutungsvolle Fragen

Schau, ob du deinen Gesprächspartner dazu bringen kannst, dir zu erzählen, was er über ein Thema oder Ereignis denkt oder wie er sich dabei fühlt. Stelle dabei offene Fragen – also die Art von Fragen, die man mit mehr als einem einfachen ja oder nein beantworten muss.

Statt zu fragen “Hast du deine Alaska-Kreuzfahrt genossen?” frage lieber “Was war dein Lieblingshafen und was macht ihn so besonders?” oder “Welchen Ausflug würdest du in Juneau empfehlen?” 

Achte darauf, angemessene Fragen zu stellen, wenn du versuchst, lange Antworten zu erhalten. James Nathan Miller erinnert uns daran, dass “Fragen der Lebenshauch einer guten Konversation” sind.

3. Mache Komplimente

Es gibt immer einen Grund, etwas nettes zu sagen und es gibt kein besseres Mittel, die ungeteilte Aufmerksamkeit von jemandem zu erlangen, als ihm etwas zu schmeicheln. Bewundere das Erscheinungsbild oder die Wohnung deiner Freunde, lobe das Essen, das sie gekocht haben oder hebe die Leistung, die sie für ein Projekt erbracht haben, hervor.

4. Höre zu  

Wie oft erwischt du dich dabei, dem Gesagten gar keine Aufmerksamkeit zu schenken, weil du eigentlich schon dabei bist, deinen nächsten Kommentar vorzubereiten? Auch wenn Gespräche manchmal einseitig sind, streben wir üblicherweise danach, zu reden und dann zuzuhören, zu antworten und wieder zuzuhören. Ein wichtiger Teil erfolgreicher Kommunikation ist es, angemessen zu reagieren – und wie könntest du das tun, wenn du das zuvor Gesagte gar nicht gehört hast? 

Denke an den Rat von Toastmasters-Gründer Ralph C. Smedley: “Egal, was dein Rang oder deine Position ist; wenn du weißt wie und wann man redet und wann man besser schweigt, erhöhen sich deine Erfolgschancen erheblich.”

5. Vermeide Diskussionen

In einigen Situationen sind freundliche Diskussionen vielleicht angebracht, aber vermeide, dass sie unangenehm werden. Eine Art, das zu tun, ist es, den anderen einfach ihre Meinung zu lassen. Auch ist es sinnvoll, besonders brisante Themen zu meiden. Solche Themen kennst du: Religion, Politik oder andere Gesprächsstoffe, bei denen du weißt, dass dein Gegenüber seine Position leidenschaftlich vertritt.

Der englische Staatsmann Robert Bulwer-Lytton hat mal gesagt: “Der wahre Geist einer Konversation besteht darin, auf den Beobachtungen des anderen aufzubauen, und nicht darin, sie zu widerlegen.”

Tipp: Vermeide es, in Konversationen ”aber” zu benutzen, weil es das vorher gesagte negiert. Benutze stattdessen das sanftere ”und”. Statt “Er ist ein guter Athlet, aber er könnte sich ein wenig mehr anstrengen.” sage “Er ist ein guter Athlet und er könnte sich mehr anstrengen.”

 6. Bleibe up-to-date bei aktuellen Themen

Wenn es zu persönlichen Gesprächen kommt, ist es besser, ein wenig über viele Dinge zu wissen, als viel über wenige Dinge. Wahrscheinlich hast du bereits gemerkt, dass deine brillanten Freunde und Bekannten, die nur ein spezifisches Interessens- oder Expertisengebiet haben, die langweiligsten Gesprächspartner sind, die es gibt.

Humor hat noch Niemandem geschadet

Humor hat noch Niemandem geschadet

 

 7. Nutze Humor

Mit ein wenig geschmackvollem Humor kommt man schon sehr weit. Versuche, deinen natürlichen Witz in Konversationen einzubeziehen. Erzähle eine nette Geschichte, halte es aber kurz. Lächle, während du redest. Nichts lockert eine Konversation so gut auf, wie ein authentisches, freundliches Lächeln.

Bevor du andere in Gesprächen unterhalten und amüsieren kannst, staube deinen Sinn für Humor etwas ab. Öffne dich für die kleinen Wunder, die dich  umgeben – die niedlichen Dinge, die Kinder oder Haustiere tun, die lustigen Kleinigkeiten, die dir den Tag über passieren oder die amüsanten Geschichten, die du liest. Ich kenne eine Frau, die ein kleines Notizbuch bei sich hatte, nur um sich Geschichten zu notieren, die sie später erzählen kann.

So killst Du jedes Gespräch

Reden will gelernt sein

1. Viel reden und nichts sagen

Wir haben alle schon an Gesprächen teilgehabt, an denen einer darauf festgelegt war allen die Show zu stehlen. Sogar wenn du die Gelegenheit hast, eine Geschichte aus deinem Leben zu erzählen, grätscht diese Person mit einer eigenen dazwischen. Sie kümmert sich nicht darum, was du sagen willst und ist ein einseitiger Gesprächspartner.

Also was tun? Du könntest einfach aufgeben und ihr zuhören. Du kannst sie unterbrechen und sagen: “Ich war mit meiner Geschichte noch nicht fertig.” Wenn es jemand ist, den du gut kennst und du sicher bist, dass ehrliche Worte möglich sind, ist es ein behutsamer Eingriff, ihr zu sagen, dass sie eine gute Erzählerin ist und dass sie gelegentlich mal das Zuhören üben müsste. 

Der irische Autor George Bernard Shaw hat einmal über jemanden, der das Gespräch an sich riss gesagt,

“Ihr Problem ist, dass ihr die Kraft des Gespräches fehlt, nicht aber die Kraft der Sprache.”

Wenn du einfach daran denkst, wird das ein Lächeln auf Dein Gesicht zaubern, während du nickend zuhörst. Dasselbe gilt für Truman Capotes spitze Bemerkung

“Ein Gespräch ist ein Dialog, kein Monolog. Deshalb gibt’s so wenig gute Gespräche ‒ wegen Knappheit treffen sich nur selten intelligente Gesprächspartner.”

2. Schüchtern schweigen

Eine Möglichkeit, Menschen abzuholen, ist es, ihnen Fragen zu ihrem Leben oder ihren Interessen zu stellen und sie dann bei ihrer Antwort nicht zu unterbrechen.

Einige Menschen reden aber nur zögerlich ‒ ihnen wird dann von anderen schnell das Wort abgeschnitten, weil sie eben nur langsam antworten oder stockend sprechen. Du kannst dabei helfen, diese schüchternen Gesprächspartner in die Konversation einzubeziehen, indem du ihnen mehr Zeit und etwas Zuspruch gibst.

Ein letztes Wort

Diese Gesprächs-Tipps sollten dir dabei helfen, in der Zukunft viele gute Gespräche zu führen. Wie überall macht auch hier etwas Übung den Meister. Als abschließenden Gedanken schlagen wir Folgendes vor

1 Ein guter Ort, deine Konversations-Skills zu üben, ist dein Toastmasters-Treffen. Versuche, bei jedem Treffen mit mindestens einem anderen Toastmaster oder Gast ein eins-zu-eins-Gespräch zu führen. Du kannst sie auch darum bitten, deine Konversationsfähigkeiten zu bewerten.

2 Wenn du einen Toastmaster-Mentor hast, bitte ihn oder sie, dir dabei zu helfen, deine Konversationsfähigkeit zu verbessern. Für die meisten Toastmaster ist die Alltagskommunikation viel wichtiger für ihre Karriere oder ihre persönlichen Beziehungen, als es das Reden vor Publikum ist. Wir sollten uns darum bemühen, auch diesen Bereich der Kommunikation zu meistern.

3 Lerne von den Besten. Wie William Shakespeare gesagt hat, “Konversation sollte angenehm sein und ohne Unanständigkeiten; witzig, ohne künstlich zu sein; frei, aber nicht unsittlich; lehrsam, aber nicht eingebildet und ungewöhnlich, aber nicht falsch.”

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Übersetzung von Danilo Kempf (Mitglied Hannover Speakers) aus der Toastmaster-Magazin Ausgabe vom Dezember 2017
Beitrag erstellt von Daniel Jeschke (Vice President PR Hannover Speakers)